Vanessa Niederstrasser
Verleihung des Förderpreises der Deutschen Bank AG

1. Platz:
Vanessa Niederstrasser
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Prof. Günther Uecker freut sich für die Siegerin.
v.l.n.r.: Dr. Heiner Leberling (Deutsche Bank AG Düsseldorf),
Prof. Günther Uecker,
Dr. Clemens Börsig
(Vorstand Deutsche Bank AG),
Vanessa Niederstrasser,
Preisträger der 2. und 3. Plätze
Vanessa Niederstrasser
mit Prof. Günther Uecker (Kunstakademie Düsseldorf)
und Dr. Clemens Börsig (Vorstand Deutsche Bank AG)
Die realisierte Skupltur
Prof. Irmin Kamp, Kunstakademie Düsseldorf
über Vanessa Niederstrasser
»Vanessa Niederstrasser kam im Jahre 2003 aus der Architektur-Abteilung (post-graduate) in meine Klasse für Bildhauerei. Sie hatte bereits ein Studium der Architektur an der Universität Wuppertal abgeschlossen.
Nach einigen etwas unbestimmten Versuchen im neuen Bereich erschien sie eines Tages mit einer Tasche voll mit etwa faustgroßen, weißen, stacheligen Kugeln aus Silikon sowie einigen natürlichen Ästen aus dem Wald. Die Kugeln wurden oben an aufrecht auf einem flachen Sockel stehenden Ästen befestigt. Diese wurden in Segmente geteilt, die mit gebogenen Rundeisen verbunden wurden und zu einer monochrom-weißen Gruppe (Höhe ca. 180 cm) aufgestellt. Dies war die „Urarbeit“, deren Elemente sich durch ihr weiteres Werk ziehen und die ihr ihren Weg gewiesen hat. Ihr Studium endete mit der verwandten, aber komplexeren und größeren Abschlußarbeit „Im Wald der Nymphe Alba“. Hier wurde die Außenwelt als winterliche Landschaft vor einem großen Fenster wirkungsvoll einbezogen.
Dieses Prinzip: pflanzenähnliche, aber künstlich wirkende Skulpturen verbunden mit realer Natur bzw. Architektur erscheint in Vanessa Niederstrassers Arbeit immer wieder. Es bildet auch die Grundlage ihrer großformatigen Fotoarbeiten. Dort erscheinen die ins Riesige vergrößerten Skulpturen in Palmenlandschaften oder auch realer Architektur und vermitteln einen Eindruck von Utopie, fremden Welten.
Diese Fotoarbeiten begleiten seit Jahren Vanessa Niederstrassers plastische Arbeiten in denen die von ihr auch „Früchte“ genannten Stachelkugeln immer wieder spielerisch auftauchen. Es werden auch andere Materialien ausprobiert. Bronze erweist sich für die vegetativen Formen als sehr geeignet, wie die hervorragende Arbeit KLIVT von 2006 für die Deutsche Bank in Düsseldorf, die im Innenhof in einem flachen Gewässer steht, hervorragend beweist. Die Arbeit ist 350 cm hoch. Dem Material entsprechend wirkt sie weniger grazil als die vorangegangenen weißen Arbeiten.
Auch die Farben, die Vanessa Niederstrasser bei ihren Objekten einsetzt, variieren. Zu dem edlen, monochromen Weiß kommen knalliges Rot oder Blau, es gibt sogar farbig patinierte/lackierte Bronze für Außenarbeiten. Die Arbeit „Castanea Rodo“ in einem öffentlichen Park in Wuppertal besteht aus rot lackiertem Aluminium, sie ist 190 cm hoch und steht auf einem Sockel aus alten Steinen. Wie so oft wird hier mit scharfen Gegensätzen gespielt: Rot gegen Landschaftsfarben im Wechsel der Jahreszeiten, Künstlichkeit gegen natürliche Vegetation. Diese hervorragende Arbeit wurde vom van-der-Heydt-Museum in Wuppertal angekauft.
Aber auch Vanessa Niederstrassers kleine Objekte für den Innenraum, in der Größenordnung von 15 cm bis 80 cm haben ihre eigene Qualität. Sie entstanden in großer Anzahl neben den großen Skulpturen, für die, besonders bei Bronzen, immer eine Finanzierung Voraussetzung ist. Es gibt immer wieder unterschiedliche kleine Stachelbäume, einzeln und in Gruppen, farbig oder weiß. Eine eigene Entwicklungsreihe seit Jahren bilden eher knubbelige Objekte unter Verwendung von Muschelformen, kombiniert mit Stachelformationen, aus Bronze, Aluminium, Neusilber; diese Gußmaterialien geben den Objekten eine Kostbarkeit und Dauerhaftigkeit, die bei den Kunststoff-Holz-Skulpturen so insbesondere für den Außenbereich nicht gegeben ist.
Spätestens seit 2009 tauchen überraschende Details in einigen Skulpturen auf, die im Gegensatz zu ihren eher edlen, eleganten Vorgängern sehr stark ins Skurrile gehen. Sie wirken immer mehr wie abstrakte Comic-Figuren und zeigen deutlich, dass hier jemand an die Welt der Kindheit denkt.
In dieser Fantasiewelt, die auch oft von Landschaften angeregt ist, existieren nun neuartige Wesen wie „Carmo“, eine ca. 120 cm hohe weiße Arbeit mit den immer wieder mal verwendeten Ästen und Silikon-Igeln, jedoch mit zwei Hörnern aus Tannenzapfen, die es zu einem Individuum machen.
Eine Steigerung dieses Ansatzes ist die weiß´patinierte Bronze „Camaviv“, 150 cm hoch. Sie weist neben einer Stachelform, einschließlich Tannenzapfen als „Kopf“ einen Augenschirm („Helm“) und originale Wasserski als Füße auf. Ihren vorläufigen Höhepunkt findet diese Richtung im Figurenpaar „Casabo“ und „Elas“, 2010, die Comicfiguren oder Kuscheltieren sehr nahe kommen.
Formal ganz anders erscheinen dann „Ahalma“, „Otto“ und „Palaw“, auch alle 2010, als weiterer neuer Ansatz, der sich von den wesenhaften Figuren wieder absetzt: stark farbig, um nicht zu sagen kunterbunt, könnten sie Spielzeuge sein, die sich in die Erwachsenenwelt hinübergerettet haben.
Wie diese neuen Wege weitergehen, oder ob es sich nur um eine vorübergehende künstlerische Phase, wenn nicht Laune der Künstlerin, handelt, wird sich zeigen.
Die Wohnorte, ihr persönliches Umfeld, wirken sich immer wieder auf die Arbeiten der Künstlerin aus: Geboren ist sie in der Industrie-geprägten Stadt Wuppertal, wo sie auch während ihres Bildhauerstudiums hauptsächlich lebte. Man kann vermuten, dass die fragilen, organischen Gebilde in reinem Weiß, die sie schon zu Beginn ihres Studiums entwickelte, eine Antwort auf die städtische Umgebung in Düsseldorf und Wuppertal waren. Nach ihrem Studium zog es sie für drei Jahre nach Berlin, angezogen von der vielfältigen Künstlerszene und den Gegensätzen dieser Stadt. Die oben beschriebenen Fabelwesen fanden ihren Anfang während eines Aufenthaltes in einem Künstlerdorf in Israel (2008).
Trotz ihrer großen Produktivität nahm Vanessa Niederstrasser sich immer wieder Zeit für große Reisen nach Asien, Nord- und Mittelamerika und innerhalb Europas, gegensätzliche Kulturen in den unterschiedlichsten Ländern, die sich nicht nur in den Charakteren der Bevölkerung, sondern auch in der Architektur widerspiegeln. Einen direkten Bezug zu diesen Erfahrungen haben einige der Fotoarbeiten, deren Grundlagen teilweise während dieser Reisen entstanden.
Zu Beginn dieses Jahres 2011 zog Vanessa Niederstrasser schließlich nach Kalifornien, in die Nähe von San Francisco, wo die derzeit lebt und arbeitet.
Es ist zu erwarten, daß diese radikal andere Umgebung ebenfalls ihre Auswirkungen auf das Werk Vanessa Niederstrassers haben wird - man kann gespannt sein.
Prof. Irmin Kamp
ehemals
Kunstakademie Düsseldorf
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Ausstellungen der
JANZEN Galerie
ART KARLSRUHE08. - 11.03.2012
ART KARLSRUHE05. - 08.03.2009
ART KARLSRUHEOne-Artist-Show
22. - 25.03.2007
NEUE ARBEITEN17. - 30.12.2006
ART KARLSRUHE09. - 12.03.2006

Biografie
1971
geboren in Wuppertal
lebt und arbeitet in Kalifornien/USA
lebt und arbeitet in Kalifornien/USA
1996 - 2001
Architekturstudium an der Universität Wuppertal (Abschluss mit Diplom)
2001 - 2003
Studium der Baukunst bei Laurids Ortner, Kunstakademie Düsseldorf
2003 - 2008
Studium der Freien Kunst bei Irmin Kamp, Kunstakademie Düsseldorf (Abschluss Akademiebrief und Meisterschülerin)
Ausstellungen (Auswahl)
E = Einzelausstellung, G = Gruppenausstellung
2003
Skulpturenlandschaft Hamburg
www.skulpturenlandschaft.de(G)
2004
Nagoya Zokei Universität of Art & Design in Nagoya / Japan (G)
2005
Grosse Kunstausstellung Museum Kunstpalast, Düsseldorf (G)
2006
Alexia Goethe Gallery London / England (G)
Frieze Art Fair London,
Gallery Goethe, London (G)
Skulptureinweihung des Förderpreises der Deutschen Bank, Düsseldorf (E)
JANZEN Galerie, Wuppertal (E)
2007
Haus der Kunst, München (G)
Internationale Kunstmesse art Karlsruhe mit JANZEN Galerie (G)
Halle 6 - Galerie Christine Hölz, Düsseldorf (G)
2008
Vertretung des Landes NRW, Brüssel /Belgien (G)
Galerie Winkelmann, Düsseldorf (E)
Galerie Koch, Hannover (E)
2009
Galerie Samuelis Baumgarte, Bielefeld (E)
2010
Galerie Koch, Hannover (G)
2011
Museum Abtei Liesborn des Kreises Warendorf (E)
2012
Internationale Kunstmesse art Karlsruhe mit JANZEN Galerie (G)
Stipendien und Preise
2004
Reisestipendium des DAAD nach Japan
2005 / 2006
Förderpreisträgerin für Skulptur der Deutschen Bank; Realisierung und Ankauf der Skulptur “KLIVT” für die Hauptfiliale Düsseldorf - Königsallee
2007
Förderpreisträgerin der PSD Bank Rhein-Ruhr für Malerei
2008
Atelierstipendium der Stadt Düsseldorf in Ein Hod, Israel
2009
Ausschreibung "Kunst im öffentlichen Raum": Realisierung und Ankauf der Skulptur "Castanea Rodo" durch das Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal
Arbeiten in Sammlungen
Deutsche Bank AG, Sparkasse Karlsruhe, AIDA Cruises, Museum Abtei Liesborn, C&A Gruppe, von Rundstedt HR Partners, Dada Janco Museum Ein Hod/Israel.
Privatsammlungen im In-und Ausland.
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